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Selbstwertgefühl stärken: spüre deinen Selbstwert!

Um dein Selbstwertgefühl stärken zu können, 

wollen wir zunächst einmal erforschen, was diesen Selbstwert eigentlich ausmacht. Selbstwertgefühl ist im besten Fall das tief verankerte Gefühl, selbst wertvoll zu sein.
Doch ist Selbstwert auch der Wert, den wir uns selbst geben. Wir kommen nicht auf die Welt und denken schlecht von uns.
Wir SIND einfach. Im Lauf der Zeit entwickeln wir ein Selbstkonzept und je nach Erfahrungen und Resilienz wird es belegt mit einem Gefühl von Selbstwert oder Minderwertigkeit. Über uns selbst schlecht zu denken ist also angelernt.
Das gibt uns eben aber auch die Möglichkeit, unseren Wert wieder zu entdecken. Es klingt provokant, doch du kannst entscheiden, ob du dich wertlos oder wertvoll fühlst.


Geringes Selbstwertgefühl = abhängig von anderen

Wenn wir uns selbst nicht mögen, fühlen wir uns unwohl, leer, traurig, sinnlos, unzufrieden und antriebslos. Daher warten wir darauf, dass wir von außen etwas bekommen, sodass wir uns besser fühlen: Anerkennung von der Chefin, Lob von dem Freund oder Komplimente von einer Bekannten. Somit sind wir abhängig vom Verhalten anderer Menschen.

Wir fühlen uns selbst wertlos und brauchen Bestätigung von außen für unser Selbstwertgefühl. Um es zu erhalten, tun wir viel und versuchen dadurch auch das Verhalten anderer zu steuern. Nämlich so zu sein, damit wir gemocht werden.
Daher sind wir darauf angewiesen stets lieb, nett, brav und angepasst zu sein. Es ist uns ganz wichtig, was andere von uns denken, denn nur durch deren positive Rückmeldung fühlen wir uns besser.

Wir haben die Hoffnung, je mehr wir die Wünsche anderer erfüllen und ein angenehmer Zeitgenosse sind, desto eher erhalten wir positive Rückmeldung. Niemand soll merken, wie unzulänglich wir uns fühlen.

Selbstwertgefühl stärken hinter Maske auf HolzDiese Maske aufrechtzuerhalten, ist enorm anstrengend, und es gibt da noch ein weiteres Problem.
Die Schriftstellerin Rita Mae Brown hat es sinngemäß so ausgedrückt:
„Die Belohnung von Übereinstimmung/Anpassung ist, dass jeder dich mag, außer du selbst.“


Ich spür mich nicht

Wenn wir uns immer stärker an dem orientieren, was andere wollen, spüren wir unsere eigenen Bedürfnisse immer weniger.
Das führt zu weniger Selbstbewusstsein, und wir  verlieren unser Selbstwertgefühl immer weiter.

Wenn ich mich selbst und meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahrnehme und mich mehr für andere verhalte als es mir wahrlich entsprechen würde, dann ist das Selbstaufgabe. Dann lebe ich für andere und durch andere.

Das kann sich auch zeigen im extrem ausgeprägten Helfersyndrom: starke Selbstaufopferung, alles für jemand anderen zu tun. Dadurch wird das künstliche Gefühl erschaffen, gebraucht zu werden, welches den Selbstwert zeitweise aufrechterhält.

Hier wieder der Haken: Wenn du alles für andere tust, tust du nichts für dich. Du fühlst dich ja nicht wertvoll genug, um auf dich zu achten. So gehst du auch über deine Grenzen, weil du sie nicht spürst. Und du bist wieder ausgeliefert. Denn, wenn der erwartete Dank, die Bestätigung von außen ausbleiben, zerbröselt das Gefühl gebraucht zu werden. Und da ist es wieder, das Gefühl der Wertlosigkeit, das Fühlen als „Nichts“.


Raus aus der Minderwertigkeits-Spirale

Wie kommst du also raus von „Ich zeig mich so wie andere wollen, damit keiner merkt, das ich -vermeintlich- nichts wert bin. Ich tu alles für dich um gemocht zu werden, vernachlässige dabei mich selbst und spür mich immer weniger“?


SELBSTWERTGEFÜHL STÄRKEN IST EINE REISE ZU DIR SELBST 


  1. Es geht um dich

    Der erste Schritt ist weg von den anderen, hin zu dir. Du darfst dir selbst begegnen. Dir all deiner Persönlichkeitsanteile bewusst werden. Selbst-bewusst. Auch dem Gefühl der Minderwertigkeit mutig ins Gesicht schauen.
    Die Scham demaskieren. Das kann sehr herausfordernd sein und vielleicht möchtest du das mit Unterstützung tun, wenn es dir allein mit dir zu schwer scheint.

  1. Akzeptieren ist ein Schritt zur ÄnderungSelbstwert aufbauen Steinestapel

    So paradox es klingt, wenn wir uns nicht mögen, akzeptieren wir nicht, wer und wie wir sind. Doch beginnen wir damit, genau das mal anzunehmen, und uns nicht hinter Masken (auch vor uns selbst) zu verstecken.
    Wahrnehmen, was ist. Akzeptieren, dass ich mich derzeit mit mir nicht wohl fühle ist ein Schritt zu Bewusstsein meiner selbst. Es ist derzeit so, aber ich nehme an, was ist.
    Jetzt kannst du dich entscheiden, dich auf den Weg zu machen, selbstbewusster -dir selbst wieder bewusster- zu werden.

  1. Schau hin

    Es gilt, wirklich hinzuschauen. Ehrlich zu dir selbst werden und ansehen was ist. Gefühle aushalten und entdecken, was es da noch alles in dir gibt: all die vielen Anteile, die dich liebenswert und besonders und einzigartig machen. Vielleicht verstecken sie sich noch hinter den Masken, doch sie sind da. In dir.
    Sie dürfen wachsen.

  1. Wieder spüren

    Die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wieder wahrnehmen. Vielleicht hast du erfahren, dass es „gefährlich“ ist, Bedürfnisse zu haben, weil sie nicht erfüllt worden sind und es weniger weh tut, nicht(s) zu spüren. Doch du kannst ab sofort für dich selbst da sein. Trau dich wieder hinzuspüren.
    Das dich selbst wahrnehmen, wird wieder dein Selbstwertgefühl stärken.

  1. Selbstkommunikation erforschen

    Wie sprichst du innerlich mit dir? Wie hören sich die Stimmen an, die dir sagen, du bist nicht gut genug?
    Zu faul, zu langsam, zu hässlich, zu schlecht…  Beachte deine, meist automatisch ablaufenden, inneren Dialoge. Sie haben sehr viel mit deinem Selbstwertgefühl zu tun. Abwertende Sprache ist selbstverletzend und macht dich klein. Wie du mit dir umgehst, kannst du mit dich stärkenden Gedanken ändern! (Zum Thema Selbstkommunikation wird es noch einen eigenen Artikel geben).

Schritt für Schritt den Blick auf sich selbst zu ändern, beginnt also zuerst mit Akzeptanz, Hinschauen, Wahrnehmen.
Spüren, was du, dein Körper, deine Seele brauchen und zu lernen, dir selbst zu geben und in dir aufzubauen, was du versucht hast, von außen zu erlangen.

Jedes bisschen, das du dir wieder näher kommst, spürst du mehr deinen Wert.
Du lernst, dir immer mehr zu vertrauen, weil du für dich da bist, deine Bedürfnisse nicht vernachlässigst. Du begegnest deinem früheren Verhalten mit Selbstmitgefühl, du kannst dir verzeihen.
Bis du ganz bei dir ankommst und von innen heraus nach außen sein kannst, wie du bist.

Dann kannst du immer noch lieb, höflich und hilfsbereit sein, wenn es deiner Persönlichkeit entspricht 🙂
Denn du bist all das auch zu dir selbst und es ist jetzt ein Ausdruck deines authentischen selbst Seins.



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*Pflichfeld

Danke sagt Iris Lasta: Praxis für psychologische Beratung, Lebensberatung & Coaching in 1140 Wien, Mauerbach, Purkersdorf.

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